Objektkunst

Ich möchte ein Zeichen gegen sinnlosen Konsum setzen, indem ich vorhandene Dinge wiederverwende und ihnen ein neues Recht auf Dasein verleihe und gleichzeitig ihren verborgenen Sinn freilege.

   Ich verwende alltägliche Gebrauchsgegenstände, so wie der Maler seine Bildträger und Farben. Nichts ist zufällig zusammengefügt, alles ist innerlich miteinander verbunden und aufeinander bezogen. Diverse Formen und verschiedene Oberflächen, der traditionellen Sichtweise entzogen, füge ich zu einem neuen Ganzen. Alltagsgegenstände und weggeworfene Dinge bekommen unter meiner Regie eine neue Lebensrealität.

   Allerdings hat das keinen musealen Charakter, um Vergangenes zu bewahren, sondern in erster Linie geht es um Neuentdeckung des Vertrauten. Indem ich gebrauchte Industrie-Filmverpackungen aneinander presse und in einen Kasten gebe, ergibt sich durch das verdichtete Papier eine in der Realität bisher nicht vorhandene Oberfläche, die an einen kostbaren Halb-Edelstein erinnert - Quantität wandelt sich hier in Qualität. Ich biete dem Betrachter die Möglichkeit, sich mit mir zusammen in ein Abenteuer namens »Erlebnis Oberfläche« zu begeben, ich möchte ihn verwirren und überraschen, jedoch nicht enttäuschen.



Malerei

Wenn ich mich intensiv beim Malen und Denken beobachte, lassen sich für mich die Muster erkennen, die meinen inneren Befindlichkeiten und äußeren Ausdrucksformen zugrunde liegen. Diese Strukturen würde ich als Geflecht aus künstlerischem Können gepaart mit spirituellem Ideengut, daß den Anforderungen der Gegenwart standhalten kann, beschreiben.

   Ich möchte nicht die Welt der Malerei revolutionieren, nichts Neues erfinden, sondern die altmeisterliche Tradition der Malerei in die Moderne übertragen, damit sie zeitgenössisch wirkt und eine Brücke schlägt zwischen gestern, heute und morgen.

   In gewisser Weise ist das eine Recycling-Idee: ich benutze altmeisterliches Know-How, füge Überraschungs-Effekte dazu und halte somit die Waage zwischen alter und moderner Malwelt. Als Medium benutze ich ausschließlich Oelfarben, die ich so einsetze, daß nicht die Möglichkeit der Verwechslung mit anderen Techniken entsteht.

Irina Spelleken